Schmerztherapeutisches Fortbildungsangebot aus Chemnitz ist bundesweit einmalig und steht bei Notfallmedizinern hoch im Kurs
Fortentwicklung zum bundesweiten Angebot bereits in Planung
Bereits zum zweiten Mal fand am 16. und 17. August 2025 ein besonderer anästhesiologischer Fachkurs auf dem Gelände der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz statt. Es kamen hierbei rund 40 Notfallmediziner aus ganz Deutschland und aus dem Ausland zusammen, um sich zum Thema ultraschallgestützter Akutschmerztherapie und Regionalanästhesie in der Notfallmedizin auf den neuesten Stand zu bringen. Aufgrund der starken Nachfrage und damit verbundener langer Wartelisten hat sich die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) soeben entschieden, das Chemnitzer Kursformat auch bundesweit anzubieten.
Die diesjährige Fachveranstaltung stand einmal mehr unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Fichtner, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz. Bei der praxisnahen Ausgestaltung wurden er und sein Team von erfahrenen Instruktoren unterstützt, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Bei der Vermittlung speziell modifizierter regionalanästhesiologischer Techniken für den Bereich der Notfallmedizin standen vordergründig Aspekte einer möglichst zügigen Schmerzfreiheit unter Erhaltung des Bewusstseins im Fokus. Diese Verfahren ermöglichen zudem eine deutlich modernere notfallmedizinische Versorgung mit verbesserten Möglichkeiten zur Lagerung von Knochenbrüchen, der Wundversorgung und einer deutlichen Verringerung von Komplikationsrisiken.

„Ultraschalltechnik ist nicht nur ein wichtiges diagnostisches Instrument, sie kann ebenso gut für weitere medizinische Zwecke genutzt werden – etwa zur Steuerung gezielter betäubender Injektionen an Nerven“, erläutert Kursleiter und Chefarzt Prof. Dr. Andreas Fichtner. „In Deutschland sind diese Verfahren bisher nur im klinischen OP-Setting etabliert. Umso wichtiger ist es, diese vorteilhaften und schonenden Techniken auch für die Notfallmedizin modifiziert verfügbar zu machen und eine interdisziplinäre Ausbildung dafür anzubieten.“
Um verschiedene notfallmedizinische Szenarien durchspielen und gezielt üben zu können, wurde eigens für den zweitägigen Fachkurs eine Notaufnahme vor Ort aufgebaut und auch das Außengelände mit Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug genutzt. Unter Einbeziehung von Schauspiel-Patienten – vom Kind bis zu Senioren – und verschiedener Gewichtsklassen wurden typische Situationen in der Notfallmedizin praxisnah simuliert.
Der diesjährige Fachkurs wurde von zahlreichen Kooperationspartnern unterstützt – allen voran von der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) sowie von der Rettungsleitstelle Chemnitz-Erzgebirge-Mittelsachsen, der ADAC-Luftrettung und von namhaften Herstellern von Handheld-Ultraschallgeräten.
Während am Chemnitzer Standort bereits eine Neuauflage des etablierten Kurses für 2026 in Planung ist, laufen gleichzeitig erste Vorbereitungen, das besondere Veranstaltungsangebot auch bundesweit auszurollen. So plant die Fachgesellschaft DGINA, das Kursformat zu übernehmen und im Rahmen ihres Notfallcampus deutschlandweit standardisiert anzubieten. Prof. Dr. Andreas Fichtner und sein Team werden diese Initiative fachlich begleiten. So sind neben Chemnitz bereits auch erste Kurse in Berlin, Bad Pyrmont und Frankfurt geplant.