Newsletter April 2022

Sehr geehrte ärztliche Kolleginnen und Kollegen,

die Corona-Pandemie wird derzeit durch den schlimmen Krieg in der Ukraine überlagert. Es handelt sich in beiden Fällen um schwere Ausnahmesituationen sowohl für die betroffenen Menschen als auch für unsere Gesellschaft und die zivilisierte Welt insgesamt.

Auch in unserem Krankenhaus spüren wir, wie die Krise zum Normalfall zu werden scheint. So haben wir in Zeiten hoher Corona-Inzidenzen damit begonnen, Ukraine-Hilfstransporte mit benötigten medizinischen Gütern auszustatten. Und in ihrer Freizeit engagieren sich viele Beschäftigte unseres Hauses für die vielen Menschen, die durch Zerstörung und Vertreibung unverschuldet in Not geraten sind.

Trotz dieser schwierigen Zeiten arbeiten wir stetig daran, uns weiterzuentwickeln – sei es durch neue medizinische Angebote oder technologische Innovationen. Von beiden Dingen möchten wir Ihnen in der neuen Ausgabe der „Bethanien-News“ berichten.

Dr. med. Peter Wolf
Ärztlicher Direktor

Anke Sommer
Pflegedirektorin

Cornelia Schricker
Kaufm. Geschäftsführerin

Michael Veihelmann
Theol. Geschäftsführer

Minderinvasive Hüftendoprothetik: „Kapselerhaltend, muskelschonend, knochensparend“

Im Interview: Chefarzt Prof. Dr. Torsten Prietzel über den Schwerpunktbereich Endoprothetik in der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Herr Prof. Prietzel, Ihre Klinik ist seit einigen Jahren als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Was heißt das genau?

Dies bedeutet, dass wir Hüft- und Kniegelenke einschließlich komplexer Wechseloperationen, aber auch Schulter, Ellenbogen und Sprunggelenk umfassend endoprothetisch versorgen können. Im Rahmen einer solchen Zertifizierung ist vorgeschrieben, dass ein erfahrener Haupt-* oder sogar Seniorhauptoperateur** bei den Eingriffen dabei ist – dies wird auch streng kontrolliert. Unter normalen Bedingungen, also außerhalb der Pandemie, werden in unserer Klinik nahezu 1.000 Patienten jährlich mit Gelenkprothesen versorgt. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Ersatz des Hüftgelenks, gefolgt von den Knie- und Schulterendoprothesen. Um die sehr hohen Standards in der Behandlungsqualität und der Patientensicherheit kontinuierlich absichern und nachweisen zu können, erfolgen regelmäßig in unserer Klinik Überwachungsaudits und Rezertifizierungen.

Welche endoprothetischen Besonderheiten kennzeichnen Ihre Klinik?

Neben der großen Bandbreite – von der Primär- über die Wechsel- bis hin zur Tumor-Endoprothetik – sind es die vorwiegend minder- und minimalinvasiven Techniken, auf die wir in den meisten Fällen zurückgreifen können. Unser Ziel ist es, die Endoprothesen schonend und absolut korrekt einzubringen, um auf diese Weise sowohl einen komplikationslosen Heilungsverlauf als auch eine gute Funktion sowie möglichst lange Endoprothesen-Standzeiten zu erzielen.

Können Sie dies an einem Beispiel aus der klinischen Praxis etwas konkretisieren?

Dies lässt sich besonders gut in der Hüftendoprothetik veranschaulichen, die ja ein Spezialgebiet unserer Klinik darstellt. Seit vielen Jahren wird die kräftige Hüftgelenkkapsel bei fast allen derartigen endoprothetischen Eingriffen nicht mehr entfernt, sondern geschont und mit spezieller Technik rekonstruiert. Der Eingriff ist dadurch weniger invasiv und auch blutsparend. Der Kapselerhalt führt in der Regel auch dazu, dass sich das Risiko einer Gelenkausrenkung in den ersten Wochen nach der OP deutlich verringert. Dies konnten wir in umfangreichen klinischen Studien nachweisen und die Ergebnisse in Fachzeitschriften publizieren.

Der Kapselerhalt ist ein wesentlicher Bestandteil einer minderinvasiven Operationstechnik, die auch die Muskulatur schont und mit einem relativ kurzen Hautschnitt einhergeht. Letzterer wird bevorzugt mit einer resorbierbaren Intrakutan- Naht verschlossen, wodurch der Fadenzug entfällt. Zudem verwenden wir in unserer Klinik anatomisch geformte Endoprothesenschäfte oder bewährte Kurzschäfte, wodurch mehr Knochensubstanz erhalten werden kann. Um es auf den Punkt zu bringen: Eine minderinvasive Technik – kapselerhaltend, muskelschonend und knochensparend – halten wir in der Hüftendoprothetik für machbar und vorteilhaft. Dies gilt im Übrigen auch für viele Wechseloperationen. Deshalb streben wir diese Vorgehensweise fast immer an und übertragen viele Aspekte auch auf die endoprothetische Versorgung anderer Gelenke.

Worauf kommt es in der Endoprothetik aus Ihrer Sicht noch an?

In jedem Fall auf eine gute Vorbereitung und Nachkontrolle der Patienten sowie eine präzise präoperative Planung und postoperative Analyse der Endoprothesen- Implantation auf Basis spezieller Röntgenaufnahmen. Seit einigen Jahren verfügt unsere Klinik über Planungssysteme, die beides ermöglichen. In vielen Fällen geht es nicht allein um das exakte Einbringen einer Endoprothese, sondern gleichzeitig um die Vermeidung von Beinlängen-Differenzen oder um die Korrektur vorbestehender Deformitäten. So erfolgt im Vorfeld einer knieendoprothetischen Versorgung eine genaue Beinachsenplanung, um typische arthrosebedingte Fehlstellungen wie O- oder X-Beine im Rahmen des operativen Eingriffs zu beseitigen. Übrigens wurden unsere Operationssäle jüngst mit hochauflösenden 4K-Monitoren ausgestattet, auf dem u. a. die patientenbezogene präoperative Implantationsplanung im unmittelbaren Blickfeld des Operateurs angezeigt werden kann. Damit wird der ständige Vergleich von Planung und Realität unterstützt. Abweichungen vom Plan können auf diese Weise frühzeitig erkannt und durch Korrekturen oder Gegenmaßnahmen kompensiert werden. Bessere Ergebnisse sind nachvollziehbar die Folge.

Chefarzt Prof. Dr. Torsten Prietzel und sein Klinik-Team verfügen über viel medizinische Erfahrung und über eine hochmoderne operative Ausstattung für eine bestmögliche endoprothetische Versorgung (Foto: Manuela Häußler).

Weitere Informationen und Kontakt

Klinik für Orthopädie- Unfall- und Wiederherstellungschirurgie:

Chefarzt: Prof. Dr. med. Torsten Prietzel
Telefon: 0371 430-1501
Telefax: 0371 430-1504
E-Mail: orthopaedie-traumatologie@bethanien-sachsen.de

Spezialsprechstunden:

Endoprothesen-Sprechstunde (Telefon: 0371 430-1501)
Sprechstunde für Primär- und Revisions-Endoprothetik des Knie- und Hüftgelenks (Telefon: 0371 430-1390)

* Hauptoperateur: mehr als 50 Endoprothesen pro Jahr
** Seniorhauptoperateur: mehr als 100 Endoprothesen pro Jahr

Corona-Update: Geänderte Besuchsregelungen

  • tägliche Besuchszeiten: 15 bis 17 Uhr
  • 1 Besucher pro Patient und Tag für max. 1 Stunde
  • Vorlage eines tagesaktuellen negativen Testnachweises (Antigen-Schnelltest) aus einem öffentlichem Testzentrum
  • Einlasskontrolle mit schriftlicher Kontakt- und Symptomerfassung
  • Tragen einer FFP2-Maske und Einhaltung aller Hygiene und Abstandsregelungen
  • Ausschlusskriterien: Corona-Symptome, ggf. vorliegende Quarantäneanordnung

Sie haben Fragen zur aktuellen Patientenversorgung? Sprechen Sie uns jederzeit an!

Ausgezeichnete Händehygiene: Silber-Status bei der „Aktion Saubere Hände“

Im Bereich der Händedesinfektion und Händehygiene erfüllen die Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz nachweislich sehr hohe qualitative Anforderungen. Die bundesweite Initiative „Aktion Saubere Hände“ (ASH) hat unserem Krankenhaus Anfang März den Silber-Status verliehen. Wir sind die einzige Einrichtung im Chemnitzer Raum, die über dieses Gütesiegel verfügt. Es gilt zunächst für zwei Jahre und ist mit Blick auf die bestehende Corona-Pandemielage auch ein starker Nachweis für eine hohe Patientensicherheit.

Wer sich von der „Aktion Saubere Hände“ zertifizieren lassen möchte, muss komplexe organisatorische Maßnahmen einführen und umsetzen. Dazu gehören u. a. fortlaufende hausinterne Schulungen und Fortbildungen, ein genaues Monitoring des Verbrauchs von Desinfektionsmitteln sowie regelmäßige stationsbezogene Compliance-Beobachtungen, die durch erfahrene Hygienefachkräfte durchgeführt werden. Auch ein jährlicher Aktionstag zum Thema Händehygiene ist vorgeschrieben. Alle für den zweithöchsten Silber- Status erforderlichen Vorgaben sind in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz erfüllt und die dafür notwendigen Prozesse etabliert.

Die Hygienefachkraft Annett Melzer präsentiert das neue Gütesiegel für eine ausgezeichnete Händehygiene in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz.

Fit für die Zukunft – durch digitale Transformation

In den Krankenhäusern des mitteldeutschen Verbunds von AGAPLESION sind soeben gleich mehrere grundlegende Digitalisierungsprojekte an den Start gegangen. Ziel dieser technologischen Offensive ist es, den Klinikalltag im Allgemeinen sowie die Patientenversorgung im Besonderen weiter zu optimieren und zudem auch die IT-Sicherheit zu verbessern. Das sind die aktuellen Digitalisierungsmaßnahmen in unseren Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz:

  • benutzerfreundliche Vitalparameter-Erfassung über Spezialmonitore und automatisierte Übertragung in das Krankenhausinformationssystem (geplante Inbetriebnahme: Ende 2022)
  • Einbindung endoskopischer Systeme und OP-Kameras in ein gemeinsames und nutzfreundlicheres System mit direkter Verfügbarkeit der Bilddaten in der digitalen Patientenakte (Status quo: Abstimmung mit Dienstleistern)
  • Ausbau der Netzwerk- und Datensicherheit: Einführung eines neuen NACSystems (Network Access Control) zum Schutz vor fremdem und unerlaubtem Netzwerkzugriff (Status quo: in Umsetzung mit Dienstleister)

Das vor reichlich einem Jahr bundesweit in Kraft getretene Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und die damit verbundene finanzielle Förderung (bis Ende 2024) wirkt in Sachen Digitalisierung wie ein Booster. Um in insgesamt 234 Kriterien den Status quo zu ermitteln, erfolgte im Verbund der AGAPLESION MITTELDEUTSCHLAND eine umfassende Reifegradmessung, zudem wurden Mitarbeitende in verschiedenen Abteilungen befragt. Erfreuliches Ergebnis: Im Bereich der Digitalisierung schneiden die mitteldeutschen AGAPLESIONKrankenhäuser im allgemeinen Klinikvergleich bereits überdurchschnittlich ab – so auch die Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz.

Kurz gemeldet

Zu Jahresbeginn ist PD Dr. Torsten Prietzel, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz, zum außerplanmäßigen Professor berufen worden. Damit verbunden ist eine Würdigung der hohen wissenschaftlichen Reputation des 56-jährigen Mediziners. Professor Prietzel ist seit Jahren in den akademischen Lehrbetrieb der Medizinischen Fakultät eingebunden. Außerdem sind die Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig an der praktischen Ausbildung von Studierenden der Medizin beteiligt.

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