Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz

Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie

Stationäre Multimodale Schmerztherapie

Der chronische Schmerz wird heute als eigenständige Krankheit bewertet, die mannigfaltige Auswirkungen auf das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden der Betreffenden haben kann. Daher ist ein interdisziplinärer (fachübergreifender) Therapieansatz erforderlich, der unterschiedliche Berufsgruppen und Therapiemethoden vereint.

Was ist das Ziel der Therapie bei chronischen Schmerzen?

Wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen Konzepte, um eine angestrebte Schmerzreduktion möglich zu machen. Die Behandlung soll Sie befähigen, Ihren Alltag sowie zusätzliche Aufgaben besser zu bewältigen, soziale Kontakte wieder aufzunehmen und zu pflegen und Ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten, zu stärken oder wiederherzustellen. Ihre Möglichkeiten der Selbstkompetenz, also erfolgreich im Umgang mit den Schmerzen zu sein, werden verbessert und gestärkt.

Für wen ist diese Therapie geeignet?

Es werden Patienten mit chronischen Schmerzzuständen behandelt. Das können chronische Nacken- und Rückenschmerzen, chronische Schmerzen des Bewegungsapparates, Tumorschmerzen, Neuralgien, Schmerzen bei Durchblutungsstörungen, chronische Kopfschmerzen o.ä. sein.

Wie beginne ich die Therapie?

Die Überweisung erfolgt an unser Haus nach abgeschlossener Diagnostik durch Ihren/Ihre Hausarzt/Hausärztin oder einen anderen behandelnden Facharzt. Der Einweisungsschein sollte die Information »Diagnostik abgeschlossen, Befähigung zu körperlich-aktivierenden Therapiemaßnahmen gegeben« enthalten.

Im Rahmen einer persönlichen Vorstellung und eines ausführlichen Gespräches mit unseren Schmerztherapeuten wird mit Ihnen über die stationäre Aufnahme entschieden.

Was sind die Aufnahmekriterien?

Neben dem Abschluss eines etwaigen Rentenverfahrens sollte die folgenden Aufnahmekriterien zutreffen:

  • Manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/oder der Arbeitsfähigkeit
  • Fehlschlag einer vorherigen unimodalen Schmerztherapie, eines schmerzbedingten operativen Eingriffs oder einer Entzugsbehandlung
  • Schmerzunterhaltende psychische Begleiterkrankung
  • Somatische Begleiterkrankung
  • Motivation und körperliche Befähigung zu den aktivierenden Physio- und Sporttherapieeinheiten

Wir führen keine Diagnostik durch. Eine OP-Indikation muss ausgeschlossen sein. Auch erfolgen keine radiologisch gestützten Injektionstechniken.

Bei Fragen können Sie bzw. Ihr behandelnder Arzt/Ihre behandelnde Ärztin sich gern in der ausgewiesenen Zeit (Mi. und Do., 13:00 - 15:00 Uhr) an uns wenden.

Welche Behandlungsmethoden werden eingesetzt?
  • Aktivierende Sport- und Physiotherapie
  • Medikamentöse und nichtmedikamentöse Schmerztherapie wie Thermoanwendungen, TENS, eine spezielle Form der Triggerpunktbehandlung (AORT) und Akupunktur.
  • Psychologische Strategien der Schmerztherapie und Entspannungsverfahren
  • Schulungen zu den vielfältigen Themen rund um den chronischen Schmerz
  • Eine Belastungserprobung in Ihrer häuslichen Umgebung, um die Alltagstauglichkeit erlernter Methoden zur Schmerzbewältigung zu überprüfen.
Gibt es ein Nachsorgekonzept?

Zur Festigung und Optimierung eines langzeitigen Therapieerfolges nach der stationären Behandlung erarbeiten wir derzeit ein geeignetes Konzept. Dieses umfasst die Aufrechterhaltung Ihrer körperlichen und psychosozialen Kompetenz in der Bewältigung einer chronischen Schmerzerkrankung.

  • Nach dem stationären Aufenthalt ist die Fortführung der sportlichen Aktivitäten in unserer Partnereinrichtung ADMEDIA (Planitzwiese/Chemnitz) unter Nutzung von Präventionssport, rezeptiertem gerätegestützten Training oder sich anschließendem Rehabilitationssport (Rezept) möglich.
  • MBSR-Kurs (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion)
  • Selbsthilfegruppe für chronische Schmerzpatienten über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS Chemnitz)
  • betreute Schmerzgruppe

Ansprechpartnerin

Dr. med. Kirsten Hache Leitende Oberärztin Fachärztin für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie