So bleibt die persönliche Note in der Pflege erhalten – trotz Corona

Menschliche Nähe und Zuwendung gehören gerade in christlich geprägten Gesundheitseinrichtungen zu den pflegerischen Kernkompetenzen. Doch ist echte Fürsorge in der Versorgung von Patienten in Krankenhäusern und von Bewohnern in Altenpflegeheimen wirklich möglich, wenn uns das Corona-Virus zwingt, zueinander auf Distanz zu gehen? Die Erfahrungen in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz und in der hier ansässigen „Wohnen und Pflegen“-Einrichtung von AGAPLESION zeigen: Vieles ist und bleibt möglich – auch und gerade in schwierigen und kontaktarmen Pandemiezeiten.

Tatsächlich erschwert die derzeitige Infektionslage die eine oder andere Geste, die sonst im pflegerischen Umfeld ganz selbstverständlich wäre. Statt einer kleinen Berührung oder der Herstellung von unmittelbarer Nähe sind nun Mindestabstände einzuhalten bzw. Einmalhandschuhe und medizinische Masken zu tragen. Für die Patienten im Krankenhaus und für die Bewohner in Seniorenheimen bedeuten diese verpflichtenden und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen jedoch nicht, dass sie unter diesen Bedingungen leiden oder sich gar von der Außenwelt abgeschnitten fühlen müssen. Denn im mitteldeutschen Verbund von AGAPLESION sind geeignete Versorgungsstrukturen geschaffen worden, die weiterhin auch das persönliche Wohlergehen der anvertrauten Menschen mit Hilfebedarf zentral im Fokus halten.

Altenpflege: Familiäre Atmosphäre schaffen, niemand soll sich einsam fühlen

In der hiesigen „Wohnen und Pflegen“-Einrichtung – dem Altenpflegeheim AGAPLESION Bethanien Chemnitz – sind derzeit nahezu alle Aktivitäten für die Bewohner in die einzelnen Wohnbereiche verlegt. Die Betreuungsangebote finden somit nur noch in Kleinstgruppen statt. Um einen persönlichen Austausch zu ermöglichen, wird jeder einzelne Wohnbereich wie ein Hausstand betrachtet. Alles soll so normal und so familiär wie möglich sein – auch zu den Mahlzeiten, wo die Sitzordnung zwar auf Abstandhalten ausgerichtet ist, aber doch auch für Gemütlichkeit sorgen soll.

Neben ihren eigentlichen Kernkompetenzen sind die Pflegekräfte des Altenpflegeheimes mit einer Vielzahl weiterer Aufgaben betraut. So gehen sie etwa für die Bewohner einkaufen, die sich selbst nicht nach draußen trauen. Mit Hingabe kümmern sie sich auch darum, dass der persönliche Kontakt zwischen den Bewohnern und ihren Angehörigen nicht abreißt. So wurden in der Einrichtung ein spezielles Besucherzimmer sowie Besucherbereiche im Außengelände als neue Begegnungsorte eingerichtet.

Dass sich am Lebensende möglichst niemand allein gelassen fühlt – dieser Wunsch bzw. dieses Ziel liegt den Beschäftigten besonders am Herzen. So findet die Sterbebegleitung auch in der Corona-Zeit in einer angemessenen und würdevollen Art und Weise statt – auch unter Einbeziehung der Angehörigen. Besonders viel Unterstützung erhalten die Pflegeteams von den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die stärker als sonst eingebunden sind. Statt eines gemeinsamen wöchentlichen Gottesdienstes finden auch die konfessionellen Angebote in den Wohnbereichen oder in Form von „Zettelandachten“ statt, die ganz individuell von der Seelsorgerin verfasst werden.

Aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns hat man im Chemnitzer Altenpflegeheim von AGAPLESION die nötigen Schlussfolgerungen gezogen. Wo sich im Frühjahr die Senioren und ihre Familien vorübergehend nur am Fenster sehen konnten, sind heute, trotz erneuten Lockdowns, persönliche Besuche grundsätzlich möglich (pro Bewohner ein Besucher, zwei Besuchstermine pro Woche). Um dabei ein hohes Maß an Sicherheit herzustellen, werden die Angehörigen vor jedem Besuch einem Corona-Schnelltest unterzogen, zudem gilt in der gesamten Einrichtung das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken.

Krankenpflege: Zuhören und über Ängste reden, praktische Hilfe leisten

Auch in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, die sich auf die besondere Situation der stationären Patienten und den seit einigen Monaten geltenden Besucherstopp beziehen. So wurde ein Lotsen- und Begleitdienst eingerichtet, der persönliche und alltägliche Dinge wie Wäsche oder Hygieneartikel oder auch Blumengrüße auf die Stationen bringt, die zuvor von Angehörigen im Eingangsbereich des Krankenhauses abgegeben worden sind. Die Mitarbeitenden des Lotsen- und Begleitdienstes helfen freundlich und vertrauensvoll weiter, wo sie können. Sie begleiten die Patienten zur Zentralen Aufnahme, zum Röntgen oder auf die Station und koordinieren den geregelten Zutritt zum Krankenhaus.

In wenigen Ausnahmefällen – etwa für schwerstkranke Patienten oder zur Sterbebegleitung – werden zudem kurze Besuche durch jeweils einen Angehörigen ermöglicht. Für das größtmögliche Maß an Sicherheit sorgt hierbei eine konsequente Teststrategie: Demnach muss sich jeder berechtigte Besucher vor dem Betreten des Krankenhauses vorsorglich einem Corona-Schnelltest unterziehen. Hinzu kommen regelmäßige Testungen aller stationären Patienten.

Die Pflegeteams auf den Stationen unterstützen verstärkt auch bei persönlichen Erledigungen, um die sich sonst eher die Patienten selbst mit ihren Angehörigen gekümmert hätten. So werden zusätzlich zu den eigentlichen pflegerischen Aufgaben auch Telefone aktiviert sowie das Fernsehprogramm oder der WLAN-Empfang eingerichtet. Regelmäßig ist in diesen Zeiten auch vermehrte Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit gefragt – etwa dann, wenn ältere und demente Patienten nicht verstehen können oder wollen, dass sie eine medizinische Maske tragen müssen.

Natürlich gehört der zwischenmenschliche Austausch zwischen den Patienten und Pflegekräften nach wie vor zum täglichen Miteinander auf Station – Corona zum Trotz. Viele der kurzen Gespräche handeln dabei von der Angst der Patienten vor dem Corona-Virus. Auch die Seelsorgerinnen des Krankenhauses kommen regelmäßig in die Patientenbereiche oder können gezielt zum persönlichen Austausch über den bestellten Besuchsdienst gerufen werden. Über das hauseigene Sorgentelefon stehen die hauseigenen Psychologen und Seelsorgerinnen sowohl für die Patienten und ihre Angehörigen als auch für das Krankenhauspersonal zur Verfügung.

Und wo unmittelbare Nähe sowohl im pflegerischen als auch im persönlichen Umgang sinnvoll und möglich ist, wird ein direkter Kontakt auch zugelassen – allerdings nur unter Berücksichtigung aller dafür nötigen Schutzvorkehrungen. Die intensive Händedesinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt gehört ebenso dazu wie das verbindliche Tragen der jeweils erforderlichen Schutzausrüstung. Von besonderer Bedeutung ist hierbei der medizinische Mund-Nasen-Schutz, der stets von allen beteiligten Personen getragen werden muss. Im Einzelfall kommen weitere persönliche Schutzausrüstungen wie Einmalkittel und -handschuhe dazu.

„Es ist beeindruckend, mit welcher Einsatzbereitschaft und Hingabe unsere Pflegekräfte seit Monaten die Herausforderungen der Corona-Pandemie meistern und dabei immer auch versuchen, die individuellen Bedürfnisse ihrer Patienten zu beachten“, sagt Anke Sommer als Pflegedirektorin der Chemnitzer Zeisigwaldkliniken. „Ich empfinde dies als gelebte Fürsorge und Nächstenliebe im besten Sinne, und dafür bin ich überaus dankbar.“

„Es tut wirklich allen weh, die in der pflegerischen Betreuung momentan deutlich weniger direkt und nahe sein können, als sie es sonst gern sind“, ergänzt Julia Scharf, die Heimleiterin der Chemnitzer „Wohnen und Pflegen“-Einrichtung von AGAPLESION ist. „Aber derzeit bedeutet persönliche Zuwendung eben auch, besonders achtsam zu sein und unsere Bewohner und Patienten bestmöglich vor den Risiken einer Corona-Infektion zu schützen“, fügt sie stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen des Altenpflegeheims AGAPLESION Bethanien Chemnitz hinzu.

Auf Basis strenger Hygienekonzepte ist in allen mitteldeutschen Einrichtungen von AGAPLESION ein hohes Maß an Sicherheit sowohl für die Patienten und Bewohner als auch für die Beschäftigten gegeben. Es gelten u. a. strikte Zutrittsbeschränkungen und Teststrategien; in den Krankenhäusern erfolgt die Corona-Behandlung konsequent in eigens dafür eingerichteten Isolations-Bereichen, die vollständig vom üblichen Versorgungsbetrieb abgetrennt sind.

Über die Internetauftritte des Krankenhauses und der „Wohnen und Pflegen“-Einrichtung können jederzeit auch persönliche Grüße an Patienten bzw. Bewohner verschickt werden. Die Zustellung dieser Grußkarten bis in die Wohnbereiche oder Patientenzimmer ist gerade aufgrund der geltenden Corona-Regelungen und damit verbundenen Besuchsbeschränkungen ein wichtiger und häufig genutzter Service.

Weitere Informationen rund um die Corona-Versorgung in den Zeisigwaldkliniken Bethanien und in der Chemnitzer „Wohnen und Pflegen“-Einrichtung finden Sie hier:

https://www.bethanien-chemnitz.de/patienten-besucher/patientenschutz/fuersorge-trotz-corona

https://www.agaplesion-bethanien-chemnitz.de/pflege/bewohnerversorgung-corona

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