Gezielte Bewegung vor einer Gelenk-OP – warum das nicht nur in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz eine richtig gute Idee ist
Bachelorarbeit bestätigt Vorteile eines gezielten voroperativen Trainingsprogramms
Das gezielte Trainingsprogramm vor einer Gelenk-OP findet in der Physiotherapie-Abteilung der Zeisigwaldkliniken Bethanien statt. Foto: Manuela Häußler
In der Öffentlichkeit ist weitgehend bekannt, dass angemessene und kontrollierte Bewegung nach einem operativen Eingriff dabei behilflich sein kann, möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen. Aber wie sieht es mit gezielter Aktivität schon vor einer OP aus? In den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz wurde dieser Frage jüngst im Rahmen einer Abschlussarbeit im dualen Studiengang Physician Assistant (PA) wissenschaftlich nachgespürt – mit eindeutigen Ergebnissen und dem Plädoyer für den nötigen „Schwung“ in der OP-Vorbereitung.
Die wissenschaftliche Untersuchung erfolgte im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Staatlichen Studienakademie Plauen der Berufsakademie Sachsen. Hier studierte Rebecca Hug in den letzten drei Jahren im neuen Berufsfeld Physician Assistant und durchlief dabei in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz den praktischen Teil ihres Studiums. In ihrer Abschlussarbeit analysierte sie das so genannte Prähabilitationsangebot der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, ob und wie das bereits seit einiger Zeit etablierte Bewegungs- und Trainingsprogramm den Patientinnen und Patienten insbesondere vor einer Gelenkoperationen helfen kann, den unmittelbar anstehenden Eingriff besser zu verkraften und sich schneller davon zu erholen.
Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase wurden die prähabilitativen Aktivitäten im stationären Setting von Oktober 2024 bis März 2025 mit qualitativen und quantitativen Mess- und Bewertungsverfahren unter die Lupe genommen. Die an der Untersuchung beteiligten 13 Patientinnen und Patienten durchliefen ein sechswöchiges Übungsprogramm in der hauseigenen Physiotherapie-Abteilung. Ebenfalls wurde eine ebenso große Kontrollgruppe einbezogen, die keine Prähabilitation absolvierten. Das voroperative Training zielte darauf ab, die Muskelkraft und Beweglichkeit zu verbessern oder zumindest zu erhalten. Ein weiterer Fokus lag auf koordinativen Fähigkeiten, um spätere Sturzrisiken im häuslichen Umfeld zu minimieren und auf den häufig notwendigen Einsatz von Unterarmgehstützen vorzubereiten.
Die wissenschaftliche Begleitung des Prähabilitationsprogramms der orthopädischen Klinik in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz zeigte insgesamt positive Auswirkungen auf die teilnehmenden Patientinnen und Patienten im Durchschnittsalter von 74 Jahren. So waren die voroperativ gezielt trainierten Patienten nach dem Eingriff mit ihrem Kunstgelenk deutlich fitter und beweglicher als die Kontrollpatienten. Besonders positiv zeigte sich dieser Effekt bei Patienten mit neuer Knie- und Hüftprothese. Auch die Ruhe- oder Belastungsschmerzen fielen nach der OP dank des vorbereitenden Übungsprogramms deutlich geringer aus.
„Die Ergebnisse der kleinen wissenschaftlichen Untersuchung zeigen, dass es für Gelenkpatienten tatsächlich gut und richtig ist, wenn sie vor ihrer OP ein gezieltes Trainingsprogramm absolvieren“, resümiert Prof. Dr. Dirk Zajonz, der sich als Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie auch im hier angesiedelten Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung engagiert. „Wir fühlen uns bestätigt, das in unserer Klinik etablierte Prähabilitationsprogramm fortzuführen und zugleich ermuntert, es perspektivisch weiter auszubauen“, so Prof. Zajonz, der in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz zudem als Leiter der Stabsstelle Fort- und Weiterbildung fungiert und in dieser Funktion auch die Studierenden des dualen Physician Assistant-Studiengangs fachlich begleitet.
Übrigens: Die Bachelorarbeit der PA-Studierenden Rebecca Hug wurde mit der Note 1,6 bewertet. Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums hat sie im weiteren Jahresverlauf ihre berufliche Karriere als Physician Assistant in einem Krankenhaus der Chemnitzer Region starten können.