Chemnitz - Stadt der Moderne

 

Wohl auf keine andere Stadt in Deutschland trifft die Bezeichnung "Stadt der Moderne" so zu wie auf Chemnitz. Erblüht zur Zeit der klassischen Moderne, die nach wie vor Impulse gibt für die dynamische Entwicklung von Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland, steht Chemnitz gleichzeitig für die Einflüsse der kulturellen und architektonischen Moderne.

 

 

 

 

Chemnitz, rund 850 Jahre alt, liegt im Herzen Sachsens. Die Stadt ist die drittgrößte in den neuen Bundesländern. Sie gilt als Tor zum Erzgebirge. Eine faszinierende Architektur spiegelt den Wandel der Zeit und den Geist derer, die die Stadt prägten: Industriedenkmale, sanierte Gründerzeitviertel wie der Kaßberg, das Kaufhaus Schocken (Erich Mendelssohn), die Villa Esche (Henry van de Velde) oder die nach der Wende vollkommen veränderte Innenstadt (Helmut Jahn, Hans Kollhoff, Christoph Ingenhoven) schlagen den Bogen vom Gestern ins Heute und Morgen. Mindestens ebenso berühmt: der 7,10 Meter hohe Karl-Marx-Kopf aus Bronze von Lew Kerbel, im Volksmund „Nischel" genannt, aus dem Jahr 1971.

Einwohner

Stadt Chemnitz: 245.000

Regierungsbezirk: 1,6 Millionen

Die Einwohnerzahl sank im vergangenen Jahr nur noch um 0,1 Prozent, der sachsenweite Durchschnitt lag drei Mal höher. An der Technischen Universität Chemnitz studieren derzeit rund 10.700 Studenten.

 

 

Stadt der Moderne: Die neue Mitte

 

Moderne als Prinzip: Ständige Weiterentwicklung, Bewegung und Innovation gaben dem völlig neu gestalteten Stadtzentrum sein Aussehen. Die Chemnitzer Innenstadt hat seit 1990 eine beispiellose Entwicklung genommen. Ob Galerie Roter Turm, Rathaus oder das "gläserne Kaufhaus" Galeria Kaufhof, der neu gestaltete Rosenhof, die moderne Zentralhaltestelle oder die Innere Klosterstraße mit den beiden Teilen der Rathaus-Passage - in Chemnitz sind alte und neue Architektur zu einem attraktiven Miteinander vereint. Allein die Stadt investierte über 50 Millionen in die Wiederbelebung der Innenstadt, alle Investoren mehr als 500 Millionen. Prägten zur Wende große Leerflächen das Bild, das realsozialistische Ideal findet hier und heute wieder das pulsierende Lebenszentrum der Stadt. Im Jahr 2006 wurde die neue Mitte für ihre gelungene Mischung aus Einzelhandel, Büro, Gastronomie, Wohnen, Freizeit und Kultur mit dem DIFA-Award für innerstädtische Quartiere ausgezeichnet. 

 

Chemnitz ist eine kinderfreundliche und damit familienfreundliche Stadt: Das zeigt der Familienatlas 2007, den das Bundesfamilienministerium vorgestellt hat. Im Bereich Bildung und Ausbildung belegt die Stadt im deutschlandweiten Vergleich den dritten Rang. Den Vergleich der 40 deutschen Großstädte entscheidet Chemnitz sogar für sich. Ein Investitionsschwerpunkt des städtischen Haushaltes liegt 2008 mit 52 Millionen Euro beim Stadtportrait - Stadt Chemnitz - Stadt der Moderne Kindertagesstätten und Schulen, rund 15.000 Plätze in Krippe, Kindergarten und Hort decken den tatsächlichen Bedarf. Die Versorgung im Krippenbereich liegt mit 61 Prozent weit über dem Ziel des Ministeriums von der Leyen. Ausgewählte Einrichtungen richten sich mit Öffnungszeiten bis 20 Uhr und am Samstag nach den Lebensumständen der Eltern.

 

Vielfältiges kulturelles Angebot

 

 

Chemnitz verfügt über ein vielgestaltiges Kulturangebot. National und international geschätzt sind die Städtischen Theater mit dem Opernhaus, eine der modernsten Theaterbühnen Europas, und dem Schauspielhaus mit spektakulären Aufführungen und bemerkenswerten Inszenierungen, mit der Robert-Schumann-Philharmonie sowie dem Figurentheater.

 

 

 

Eine der größten privaten deutschen Kunstsammlungen hat im vergangenen Jahr in Chemnitz ihren Platz gefunden: Im Museum Gunzenhauser erwarten den Besucher in einem ehemaligen Sparkassengebäude fast 2500 bedeutende Werke der klassischen Moderne, der Kunst zwischen den Weltkriegen und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter eine der weltweit größten Otto-Dix-Sammlungen.

 

 

 

 

 

 

"DAStietz" bietet eine deutschlandweit einzigartige Begegnungsstätte aus Kultur und Bildung. Das ehemalige Kaufhaus vereint heute unter seinem Dach die Volkshochschule, die Stadtbibliothek, das Museum für Naturkunde und die Neue Sächsische Galerie.

 

 

 

Wirtschaft und Wissenschaft eng beieinander

 

Chemnitz war und ist eine Stadt florierender Wirtschaft und von Erfindergeist. In Chemnitz wurden der Aktendulli, die Thermoskanne, das Feinwaschmittel und vieles mehr erfunden. „Lokomotivenkönig" Richard Hartmann, die mechanischen Webstühle von Louis Ferdinant Schönherr oder der Begründer der westsächsischen Maschenwarenindustrie Hans Eugen Esche begründeten den Ruf der Stadt als Wirtschaftszentrum. Die Industrie entwickelte nicht nur Erfolgsprodukte und erwirtschaftete Gewinne, sondern legte den Grundstein für einen exzellenten Ruf Chemnitzer Unternehmen, der bis heute Türen öffnet. Zugleich schuf der wirtschaftliche Erfolg einen Bürgerstolz, der in einem ausgeprägten Mäzenatentum mündete.

 

Chemnitz ist heute wieder ein wettbewerbsfähiger Technologiestandort. 2007 zählte die Stadt zum vierten Mal in Folge zu den zehn wachstumsstärksten Städten Deutschlands. Die wichtigsten Branchen Automobilzulieferindustrie und der Maschinenbau wuchsen mit 11,9 Prozent überdurchschnittlich (bundesweit: 7,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2008 rund 12,8 Prozent, im Vorjahr waren es noch 13,8 Prozent.

 

Beim Wachstum der Beschäftigtenzahlen in Forschung und Entwicklung liegt Chemnitz im deutschlandweiten Vergleich ganz vorn. Dafür sorgen u.a. 50 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, eine leistungsfähige Hochschullandschaft und das erfolgreichste Technologiezentrum Ostdeutschlands, das Technologie Centrum Chemnitz (TCC). Chemnitz und das umliegende Erzgebirge ist die gründerfreundlichste Region in Ostdeutschland (Gründerranking 2007 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft).

 

Unternehmen schätzen die zentrale Lage in der EU, die gute infrastrukturelle Anbindung der Stadt und kurze Entscheidungswege der Verwaltung. In einer Wirtschaftswoche-Erhebung zur Wirtschaftsfreundlichkeit (2007), in der Chemnitz den 1. Platz belegt, loben drei von vier Unternehmern ihre Stadt.

 

Neben dem Volkswagen-Motorenwerk, ThyssenKrupp, Siemens VDO und IBM gehören Hörmann Rawema und die Union Werkzeugmaschinen GmbH zu den führenden Chemnitzer Unternehmen. Auch viele ausländische Investoren vertrauen dem Standort: Starrag (Schweiz) fusionierte mit Heckert. Die Unternehmen Niles Simmons (USA), Barmag (Schweiz), Anchor Lamina (Kanada) und die IBM-Tochter IT Services and Solutions GmbH haben sich ganz bewusst für Chemnitz entschieden.

 

 

Derzeit entsteht mit dem Smart Systems Campus auf dem Gelände der Technischen Universität ein Musterbeispiel für das Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft. Damit entsteht in Chemnitz bis Ende 2009 ein gebündeltes, dynamisches Netzwerk von Mikrosystemtechnik-Kompetenzen. Der fast 4,5 Hektar große Park verbindet auf kurzen, direkten Wegen wissenschaftlich-technische Einrichtungen mit Gründergeist, Unternehmertum und wirtschaftlichem Aufschwung. Geplant ist die Ansiedlung von jungen, schnell wachsenden Start-ups neben international agierenden Unternehmen, die zu den Marktführern der Branche gehören.

 

 

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Technischen Universität Chemnitz, zu den Fraunhofer- Instituten und zu den im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen der Mikrosystemtechnik hat der Campus beste Chancen, sich zu einem international anerkannten Exzellenzstandort zu entwickeln.

 

Darüber hinaus hat der Volkswagen-Konzern gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft ein „Exzellenzzentrum Automobilproduktion" gegründet, das am Standort des Fraunhofer Institutes für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz als VWForschungsfabrik entstehen wird.

 

Berühmte Chemnitzer:

Sport: Katarina Witt, Michael Ballack, Lars Riedel,

Kunst: Marianne Brandt, Karl-Schmidt Rottluff, Stefan Heym

Industriegeschichte: Richard Hartmann, Louis Schönherr, Adolf Ferdinand Weinhold

 

Chemnitzer Erfindungen: Thermoskanne, das Feinwaschmittel, der Akten-Dulli

 

 

Chemnitz im Internet:

 

www.chemnitz.de – Offizielle Seite der Stadt

www.chemnitz-tourismus.de – Touristinformation der Stadt Chemnitz

www.richardhartmann.info – 200. Geburtstag des "Lokomotiven-Königs" in 2009

 

Presse:

ZEIT ONLINE:

 

Aufwärts immer

Chemnitz stand lange im Schatten von Dresden und Leipzig. Inzwischen zieht die Stadt wirtschaftlich an ihnen vorbei

 

http://www.zeit.de/2010/09/S-Chemnitz