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Rheumatologische Komplexbehandlung

Koordinatorin: Oberärztin Dr. med. Gabriele Lorenz

 

Rheumatologische Komplexbehandlung bedeutet eine umfassende und intensive Behandlung rheumatologischer Krankheiten zur Behebung/Linderung von Krankheitsfolgen mit integrierten funktionsorientierten und schmerztherapeutischen Behandlungsabschnitten von mehr als 14 Behandlungstagen und 11 Therapiestunden pro Woche bei Einsatz von mindestens 3 unterschiedlichen Therapiebereichen.

 

Die multimodale Rheumatologische Komplexbehandlung ist indiziert bei:

  • entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
  • nichtentzündlichen Schmerzsyndromen (inkl. Fibromyalgiesyndrom)
  • manifester Osteoporose mit Frakturen

 

Klinische Voraussetzungen

  • Team unter Behandlungsleitung eines Facharztes für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie
  • Einsatz von mindestens 3 Therapiebereichen
  • prozessorientiertes Behandlungsmanagement mit standardisierter Befunderhebung, Bestimmung der Krankheitsaktivität, der Funktionseinschränkung und des Schmerzausmaßes zu Beginn und am Ende des stationären Aufenthaltes unter Verwendung international gültiger Instrumente (z.B. DAS28, BAS DAI, BASFI, NRS/VAS, Funktionsfragebogen Hannover/HAQ)
  • unmittelbarer Beginn der Schmerztherapie, Physiotherapie oder physikalischen Therapie

 

Zielgruppen

Das Behandlungsangebot einer Rheumatologischen Komplexbehandlung richtet sich an Patienten, bei denen insbesondere folgende Merkmale bestehen:

  • manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/ oder der Arbeitsfähigkeit
  • geplante, schwierige Medikamentenumstellung, z.B. einer immunsuppressivenTherapie
  • Fehlschlag einer vorherigen unimodalen Schmerztherapie schmerzbedingter operativer Eingriffe
  • gravierende psychische oder somatische Begleiterkrankungen, bestehende Medikamentenabhängigkeit oder -fehlgebrauch

 

Ziel

Bei der multimodalen Rheumatologischen Komplexbehandlung ist es Ziel, für Patienten mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen, nichtentzündlichen Schmerzsyndromen und Osteoporose eine Linderung der Schmerzen, die Verbesserung der Mobilität, der Koordination und der Lebensqualität sowie die Kontrolle der Krankheit durch eine intensive Therapie und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Therapeuten zu erreichen.

 

Hierzu werden eingesetzt:

  • Medikamente
  • Injektionen in Gelenke und Weichteile, Gewebeinfiltration
  • Physikalische Therapie wie Wärmeanwendungen, Kryotherapie, Massagen, Elektrotherapie
  • Krankengymnastik, Bewegungsbäder
  • Psychotherapeutische Schmerzbehandlung
  • Ergotherapie, Schienenversorgung, Gelenkschut und Hilfsmittelberatung
  • regelmäßige Patientenschulung

 

Behandlungsablauf

  • mindestens 14 Therapietage nach Einweisung durch Haus- oder niedergelassenen Facharzt
  • Bestimmung der Krankheitsaktivität und der bestehenden Funktionseinschränkungen bei der Aufnahme durch den Arzt
  • Erstellung eines individuellen Behandlungsplans und Beginn der Behandlung am Aufnahmetag
  • weitere Behandlung in enger Kooperation der beteiligten Therapeuten
  • Entlassungsuntersuchung mit erneuter Bestimmung der Krankheitsaktivität und der bestehenden Funktionseinschränkungen